Harfe und Bariton

Programmvorschlag

Martin Bruns, Bariton
Volker Sellmann, Harfe


Gesang und Harfe – diese Form des Musizierens ist beinahe so alt wie die Menschheit. Schon frühzeitliche Quellen berichten uns von der mit Saitenspiel begleiteten Stimme. In den Palästen der ägyptischen Pharaonen wurde ebenso zur Harfe gesungen wie im antiken Griechenland. David besänftigte auf diese Weise Saul, und Orpheus erweichte mit seinen Zauberklängen selbst die Herzen der Götter. Später waren es die Minnesänger, Troubadours und Barden, die diese urtümlichste aller Klangkoppelungen in das Zentrum ihrer Kunst stellten. Und im 18. und 19. Jahrhundert schließlich sah man in der Verbindung der menschlichen Stimme mit dem Harfenton ein ideales Medium für den Ausdruck einer „empfindsamen“ Ästhetik.

Vielleicht ist es gerade typisch für unsere Zeit, dass diese Urform der Musik auf dem Konzertpodium so gut wie keine Interpreten mehr findet – und das, obwohl in den Bibliotheken und Archiven kostbare Schätze an Originalliteratur zu heben sind und auch moderne Komponisten bedeutende Werke für Singstimme und Harfe geschrieben haben.

Insofern garantieren die Konzerte mit Martin Bruns und Volker Sellmann spannenden Musikgenuss gleichermaßen für Liebhaber wie für Spezialisten. Auf den ideenreichen Programmen des Duos finden sich bekannte Komponistennamen (Monteverdi, Schubert, Ravel, Satie etc.) genauso wie Gruppen mit griechischen und italienischen Volksliedern oder mutige Vorstöße in lange vergessene, deshalb aber gerade hörenswerte und attraktive musikalische Gefilde.

Martin Bruns (Bariton)

Martin Bruns, Bariton

Musikalisch in der Knabenkantorei Basel aufgewachsen, studierte Martin Bruns an der Musikhochschule Basel erst Violine und war für einige Jahre Mitglied des Berner Sinfonieorchesters, bevor er an der Juilliard School in New York bei Daniel Ferro Gesang studierte.

Als Ensemblemitglied des Hessischen Staatstheaters in Wiesbaden sang er viele Rollen seines Fachs von Papageno (Zauberflöte) und Figaro (Barbiere di Seviglia) bis hin zu Silvio (I Pagliacci) und Donner (Rheingold). Gastengagements führten ihn u. a. auch an die Deutsche Oper am Rhein in Düsseldorf und die Bayerische Staatsoper in München.

Seine umfangreiche Konzerttätigkeit hat zur Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Marcello Viotti, Ivor Bolton, Eric Ericson, Heinz Holliger, Yoav Talmi, Peter Ruzicka oder Jonathan Nott und mit Orchestern wie dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks in München, dem NDR-Sinfonieorchester Hamburg, dem Scharoun Ensemble der Berliner Philharmoniker, dem Ensemble Resonanz Hamburg und vielen Sinfonie-Orchestern von Bilbao bis Luzern geführt.

Besonders gerne widmet sich Martin Bruns dem Liedrepertoire. Aufnahmen liegen bei Decca, Divox und Naxos vor. Eine Ersteinspielung der Lieder von Ferruccio Busoni erschien im Herbst 2006 ebenfalls bei Naxos. Höhepunkte der Saison 2006/07 sind die erstmalige kammermusikalische Zusammenarbeit mit dem „Wiener Klaviertrio“ sowie die europaweite Direktübertragung eines Liederabends „Fliegt, ihr meiner Jugend Träume“ aus dem Beethovenhaus in Bonn.

Martin Bruns Einsatz für zeitgenössische Musik dokumentiert sich in zahlreichen Ur- und Erstaufführungen z. B. bei den Internationalen Musikfestwochen Luzern, den Salzburger Osterfestpielen und am Ottawa Chamber Music Festival.